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Regio-Saatgut und RSM Regio

Grundlage – das Regiosaatgut- und Regiopflanzgut-Konzept
(Auszug aus FLL-/ RSM-Katalog)

Grundlage der umfassenden Definition von Regiosaatgut und der Ausarbeitung von Regiosaatgut-Mischungen ist das Regiosaatgut- und Regiopflanzgut-Konzept nach PRASSE et al. (2010A) (www. regionalisierte-pflanzenproduktion. de). Vorarbeiten zu diesem Konzept wurden im Rahmen des bundesweiten Arbeitskreises Regiosaatgut (Leitung: Prof. Prasse) an der Universität Hannover durchgeführt. Dieses Konzept ist der Absicht nach ein naturschutzverträglicher Mindeststandard für den Einsatz von gebietseigenem Saat- und Pflanzgut von häufigen und weit verbreiteten Pflanzenarten. Dabei handelt es sich um einen Weg zur Abmilderung der negativen Einflüsse auf die inner- und zwischenartliche Diversität bei Begrünungen. Das Konzept ist als Mindeststandard für Begrünungen in der freien Natur zu verstehen.

Das Regiosaatgutund Regiopflanzgut-Konzept beruht im Wesentlichen auf drei Säulen:

1. Geografische Ursprungsgebiete
Über nachvollziehbare Kriterien definierte Gliederung Deutschlands in 22 Ursprungsgebiete (Herkunftsregionen), in denen das Saat- und Pflanzgut geworben und wieder ausgebracht wird.

2. Artenauswahl über Positivlisten
Liste von Arten, deren pauschaler Einsatz in einem definierten Ursprungsgebiet möglich ist, ohne dass erhebliche negative Veränderungen der zwischenund innerartlichen Phytodiversität zu erwarten sind. Diese Positivlisten werden anhand von definierten Kriterien festgelegt (sogenannte Artenfilter).

3. Sammelstrategien und Anbauregeln
Regeln zur Ernte des Ausgangsmaterials und zur Vermehrung, die sicherstellen, dass die Erntebestände nicht beeinträchtigt werden und dass der Kunde möglichst unverfälschtes Material mit einem großen Anteil der vorhandenen genetischen Diversität aus dem von ihm gewünschten Ursprungsgebiet erhält.

Regiosaatgut-Ursprungsgebiete

Im Rahmen des Regiosaatgut- und Regiopflanzgut- Konzepts wurdeeine Gliederung Deutschlands in 22 Ursprungsgebiete erarbeitet, die als Grundlage für das vorliegende Regelwerk dient (siehe PRASSE et al. (2010A) sowie in PRASSE et al. (2011)). Die räumliche Grundlage zur Erarbeitung der Ursprungsgebiete war die naturräumliche Gliederung Deutschlands in 86 „Haupteinheitengruppen“ nach Meynen & Schmithüsen (1953-1962). Diese Haupteinheitengruppen wurden mit benachbarten Regionen zu größeren räumlichen Einheiten mit klimatisch-standörtlich ähnlichen Umweltbedingungen zusammengefasst. Die sich so ergebende Unterteilung wurde im Weiteren mit Mitarbeitern der zuständigen Fachbehörden der Bundesländer, lokalen und regionalen Experten, sowie interessierten Pflanzenproduzenten abgestimmt.

RSM Regio

(Regionalisierte Regelsaatgutmischungen „Regiosaatgut“)

Bestimmung des Ursprungsgebietes
Die Bestimmung des Ursprungsgebiets, in welchem ein Begrünungsprojekt liegt, kann z. B. über die Übersichtskarte S. 37 erfolgen. Falls die Übersichtskarte keine ausreichend genaue Ursprungsgebiets-Zuordnung erlaubt, bietet die Internetseite www.regionalisierte-pflanzenproduktion. de einen Kartendienst an, der die konkrete Zuordnung eines Standortes zu einem der 22 Ursprungsgebiete (Herkunftsregionen) ermöglicht.

Auswahl der Standortvariante
Die Auswahl der Standortvariante richtet sich nach den Standorteigenschaften des Begrünungsstandortes bezüglich

  • Wasserhaushalt
  • Basenhaushalt
  • Trophie

Aussaatmenge
Regelaussaatmenge: 5 g/m² (3-7 g/m²)

  • Bei Begrünungen mit geringen Ansprüchen an Erosionsschutz und Narbenbildungsgeschwindigkeit genügt eine Aussaatmenge von 3 g/m²
  • Bei Begrünungen mit höheren Anforderungen an den Erosionsschutz kann die Aussaatmenge auf 7 g/m² erhöht werden. Zusätzlich sind hier 2 g/m² Saatgut von Ammengräsern beizumischen (z. B. Bromus secalinus, Secale cereale, kein Lolium multiflorum). Die Einschränkung des vorgegebenen Artensortiments um bis zu 10 % einer Mischung ist tolerierbar, wenn einzelne Arten nachweislich nicht verfügbar sind und die grundlegende Funktion der Begrünung dabei nicht gefährdet wird. Die fehlenden Arten sind zu benennen.

Haben Sie Fragen zum Thema Regiosaatgut und RegioZert®? Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne!